ESL-Termin in Karlsruhe: Stadt startet Informationsoffensive

ESLNach den Absagen aus Stuttgart und Nürnberg zeigt die Stadt Karlsruhe, dass es auch anders geht. Die in letzter Zeit wieder aufgeflammte Kritik an gewalthaltigen Spielen nimmt sich Oberbürgermeister Heinz Fenrich (CDU) zum Anlass, um im Vorfeld der Intel Friday Night Games in der kommunalen Schwarzwaldhalle gemeinsam mit Veranstalter Turtle Entertainment und der Bundeszentrale für politische Bildung eine Informationsoffensive zur Aufklärung der Öffentlichkeit zu starten. Ein sicherlich sehr guter Schritt für den eSport.

"Was wir brauchen sind rechtlich abgesicherte Rahmenbedingungen und fundierte Informationen über die möglichen Auswirkungen von Computerspielen, in denen andere im virtuellen Raum getötet werden. Deshalb wird es auf meine Veranlassung hin - auf Basis der einhelligen Unterstützung aller Fraktionen im Hauptausschuss - eine lokale Informationsoffensive zunächst für Medien und politische Entscheidungsträger geben. Außerdem soll die Schwarzwaldhalle während der ESL am 5. Juni zur Anlaufstelle für interessierte Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer werden, wenn Gesprächspartner der Bundeszentrale für politische Bildung und von Elterninitiativen für Fragen zur Verfügung stehen und Anregungen für medienpädagogische Unterrichtseinheiten geben können", so Fenrich.

Öffentlichkeitswirksame Schnellschüsse sind nicht nach dem Geschmack des Oberbürgermeister. Denn: "Wer solche Spiele für Jugend gefährdend hält - und dafür gibt es sicherlich ernst zu nehmende Gründe -, der muss entsprechende rechtliche Grundlagen schaffen und kann nicht von den Kommunen verlangen, juristisch für unbedenklich erklärte Spiele und deren Spieler willkürlich in die Illegalität zu verdrängen." Fenrich sieht es nicht als städtische Aufgabe an, Veranstaltern vorzuschreiben, welche Spiele gespielt werden dürften und welche nicht.

Zunächst vor dem Termin am 5. Juni wird es eine Informationsveranstaltung für Presse und Politik geben, an der auch Turtle-Geschäftsführer Ralf Reichert teilnehmen wird. Den Kern der Informationsoffensive bildet dann eine öffentliche Podiumsdiskussion. Doch soll vermieden werden, dass die Problematik als Wahlkampfthema der für den 7. Juni anstehenden Europa- und Kommunalwahl herhalten muss. Daher wird für die Diskussion ein Termin nach den Wahlen angestrebt. "Wenn wir gesellschaftliche Entwicklungen beeinflussen wollen, müssen wir sie verstehen, um uns damit auseinandersetzen zu können", ist OB Fenrich überzeugt. Verbote allein bewirkten oft eher das Gegenteil. (via: Gamesmarkt)