Das für den 29. Mai in Nürnberg geplante E-Sport-Turnier Intel Friday Night Game wird nicht stattfinden. Wie zuvor Stuttgart hat Nürnberg die Durchführung in der städtischen Meistersingerhalle untersagt. Peter Frühwirth, Geschäftsführer der Meistersingerhalle, bestätigte gegenüber GamesMarkt, dass die Stadt als Halleneigentümer vom Vertrag mit Ausrichter Turtle Entertainment zurückgetreten ist.
Als Begründung für die kurzfristige Absage wird wie schon im Fall Stuttgart auf die Bluttat von Winnenden verwiesen. Im Dialog mit der Stadt wollte Turtle Entertainment die Absage noch verhindern, teilte das Unternehmen mit. Für Unternehmen und Fans zum Glück konnte kurzfristig eine Ausweichlocation organisiert werden. Das Turnier wird so am 29. Mai an einem anderen Ort durchgeführt werden.
Zum zweiten Mal binnen weniger Wochen muss die Electronic Sports League (ESL) ein geplantes E-Sport-Turnier absagen. Wie GamesMarkt berichtete, hat die Stadt Nürnberg als Betreiber der angemieteten Meistersingerhalle das für den 29. Mai geplante Intel Friday Night Game abgesagt. Doch liegt der Fall ein wenig anders als in der Auseinandersetzung mit der Stadt Stuttgart. Rechtliche Mittel werde Veranstalter Turtle Entertainment im aktuellen Fall jedenfalls nicht einlegen, da die Vertragskündigung rechtzeitig in Köln angekommen sei. Dem Ligabetreiber blieb daher genügend Zeit, einen Ausweichtermin zu organisieren. Das Turnier wird nun am 29. Mai in Hannover stattfinden, schwerer wirtschaftlicher Schaden ließ sich vom Unternehmen abwenden.
"Wir sprechen hier von einer Großveranstaltung mit bis zu 2000 Teilnehmern und mehreren Zehntausend Zuschauern via Internet", macht Turtle-Pressesprecher Ibrahim Mazari die Dimensionen klar. Zum Kostenproblem könnten im Fall einer Absage beispielsweise Verträge mit Sponsoren oder Logistikpartnern werden. Im Rechtsstreit mit der Stadt Stuttgart, die sehr kurzfristig ein für Ende März vorgesehenes Turnier abgesagt hatte, wird Turtle diese Kosten geltend machen. Für die Stadt wird die Absage somit zur finanzielle Belastung, rechnet man zur etwaigen Schadenersatzzahlung eine mögliche Vertragsstrafe sowie die ausgefallene Hallenmiete hinzu.
Weitere Konsequenzen wird Turtle aus den Vorfällen aber nicht ziehen. "Wir werden auch in Zukunft mit kommunalen Partnern zusammenarbeiten. Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel Offenbach", so Marzari im Gespräch mit GamesMarkt.de. In Hessen hatten die Stadtoberen vor einem ESL-Termin das Gespräch mit dem Kölner Ausrichter gesucht. Eine mögliche Absage wurde dadurch verhindert. Stattdessen schickte die Stadt Vertreter des Jugendamts, die sich ein Bild von der Veranstaltung machten. Unverständnis für die Stuttgarter Entscheidung und viel Lob für Veranstalter und Teilnehmer waren das Ergebnis. Für Mazari steht daher außer Frage, dass die ESL auch künftig in Stadthallen quer durch die Republik gastieren wird. "Aber der Gesprächsbedarf ist offensichtlich höher als früher. Daher werden wir noch stärker im Vorfeld auf die Behörden zugehen und gemeinsam Missverständnisse und Hindernisse aus dem Weg räumen."